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Glossar

Der Diskurs über Rassismus, Diversity und Diskriminierung wandelt sich stetig - und mit ihm die Sprache, die genutzt wird, um gewisse Phänomene zu beschreiben. In diesem Glossar finden Sie die gängigsten Begriffe und Definitionen, damit Sie sich sicher dabei fühlen, in den Diskurs einzusteigen. 

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Agender

Agender (auch: a-gender) bezeichnet eine Geschlechtsidentität von Personen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen. Agender-Personen empfinden weder eine männliche noch eine weibliche Identität – oder lehnen das Konzept von Geschlecht für sich grundsätzlich ab. Agender gehört zum Spektrum nicht-binärer Identitäten und stellt die Annahme infrage, dass jeder Mensch ein Geschlecht haben muss. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist es wichtig, agender Identitäten anzuerkennen, um geschlechtliche Vielfalt sichtbar zu machen und Räume für selbstbestimmte Identitätsformen jenseits gesellschaftlicher Normen zu schaffen.

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz AGG

Das AGG ist ein deutsches Gesetz, das Diskriminierung aus Gründen der "Rasse", ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern bzw. beseitigen soll. Es trat 2006 in Kraft und gilt insbesondere im Arbeitsrecht – etwa bei Bewerbungsverfahren, Beförderungen, Kündigungen und Arbeitsbedingungen – sowie in Teilen des Zivilrechts (z.B. Massengeschäfte wie Mietverträge oder Versicherungen). Arbeitgeber sind verpflichtet, Beschäftigte vor Diskriminierung und Belästigung zu schützen; bei Verstößen können Betroffene Schadensersatz oder Entschädigung verlangen.

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BeHinderung

Der Begriff BeHinderung wird bewusst mit großem „H“ geschrieben, um auf den gesellschaftlich verursachten Charakter von Behinderung aufmerksam zu machen. Statt die individuelle Beeinträchtigung in den Mittelpunkt zu stellen, betont dieser Begriff die behindertenmachenden Bedingungen durch Barrieren in Umwelt, Kommunikation und Haltung. BeHinderung entsteht demnach nicht primär durch körperliche, kognitive oder psychische Merkmale, sondern durch den Ausschluss von Teilhabe in einer auf bestimmte Normen ausgerichteten Gesellschaft.

Bi+

Bi+ ist eine inklusive Bezeichnung für Menschen, die sich zu mehr als einem Geschlecht romantisch oder sexuell hingezogen fühlen. Der Begriff geht über die traditionelle Definition von „bisexuell“ (Anziehung zu Männern und Frauen) hinaus und schließt ausdrücklich auch Personen ein, die sich nicht in einem binären Geschlechtersystem verorten – etwa nicht-binäre, genderfluide oder agender Menschen. Das Plus (+) steht für die Vielfalt biromantischer und bisexueller Identitäten und Ausdrucksformen. Es signalisiert Offenheit und die Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt, ohne sich auf ein starres Zwei-Geschlechter-Modell zu beschränken. Aus diskriminierungskritischer Perspektive macht bi+ deutlich, dass sexuelle Orientierung komplex und individuell ist – und dass auch innerhalb queerer Communities Unsichtbarmachung und Vorurteile gegenüber bi+ Personen existieren (z. B. durch Bifeindlichkeit oder das Infragestellen ihrer Identität). Bi+ ist daher auch ein politischer Begriff der Selbstermächtigung und Sichtbarkeit.

binär

Binär beschreibt ein Denkmuster oder System, das nur zwei sich ausschließende Kategorien kennt – zum Beispiel „männlich“ und „weiblich“, „normal“ und „anders“, „gesund“ und „krank“. Im Kontext von Geschlecht bezeichnet „binär“ die Vorstellung, dass es ausschließlich zwei Geschlechter gibt: Mann und Frau. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist das binäre Denken problematisch, da es die Vielfalt menschlicher Identitäten und Lebensrealitäten nicht abbildet. Es blendet insbesondere intergeschlechtliche, trans* und nicht-binäre Personen aus und trägt zur Reproduktion von Normvorstellungen und Ausgrenzung bei. Eine kritische Auseinandersetzung mit binären Strukturen eröffnet Raum für mehr Anerkennung und Teilhabe jenseits enger Kategorien.

bunt

Der Begriff „bunt“ wird häufig genutzt, um gesellschaftliche Vielfalt positiv zu beschreiben – etwa in Formulierungen wie „bunte Gesellschaft“ oder „buntes Miteinander“. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist dieser Begriff jedoch problematisch, da er Unterschiede ästhetisiert und romantisiert, ohne Machtverhältnisse, Ausschlüsse oder strukturelle Diskriminierung sichtbar zu machen. Er vermittelt ein harmonisches Bild von Vielfalt, das reale Ungleichbehandlungen wie Rassismus, Ableismus oder Klassismus verschleiert. Zudem wird „bunt“ häufig in einem Kontext verwendet, der (implizit) auf Hautfarben Bezug nimmt. Damit wird Vielfalt auf äußerliche Merkmale reduziert und ein vereinfachtes, oft exotisierendes Bild von „anderen“ Menschen geschaffen. Diese symbolhafte Darstellung reproduziert rassistische Denkstrukturen, auch wenn sie wohlmeinend gemeint ist. Kritisch betrachtet, steht der Begriff daher oft für oberflächliche Inklusionsrhetorik statt für echte Teilhabe und strukturelle Veränderung.

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deutsch

Deutsch ist ein vielschichtiger Begriff, der sich auf Sprache, Staatsangehörigkeit, Kultur und Zugehörigkeit beziehen kann. In offiziellen Kontexten bezeichnet „deutsch“ meist die rechtliche Staatsangehörigkeit nach dem Grundgesetz oder dem Staatsangehörigkeitsgesetz. Gleichzeitig wird der Begriff aber auch gesellschaftlich und kulturell verwendet – etwa um Zugehörigkeit zu „deutscher Kultur“ oder „deutscher Herkunft“ auszudrücken. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist der Begriff problematisch, wenn er exklusiv verstanden wird, also Zugehörigkeit an Herkunft, Aussehen, Namen oder Sprache knüpft. Dies führt dazu, dass Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit, aber familiärer Migrationsgeschichte, häufig nicht als „wirklich deutsch“ anerkannt werden. Ein reflektierter Umgang mit dem Begriff „deutsch“ erfordert daher die Anerkennung vielfältiger Lebensrealitäten und das Aufbrechen enger Zugehörigkeitsvorstellungen.

Diskriminierung

Diskriminierung ist die ungleiche Behandlung von Menschen aufgrund bestimmter (zugeschriebener) Merkmale wie Geschlecht, Hautfarbe, ethnische Herkunft, Religion, sexuelle Orientierung, (Dis-)Ability oder sozialer Herkunft. Sie kann individuell (direkt), institutionell (strukturell) oder kulturell (indirekt, durch gesellschaftliche Normen) erfolgen und führt zu Machtungleichheiten sowie zur Benachteiligung betroffener Personen. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist der Begriff problematisch, wenn er exklusiv verstanden wird, also Zugehörigkeit an Herkunft, Aussehen, Namen oder Sprache knüpft. Dies führt dazu, dass Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit, aber familiärer Migrationsgeschichte, häufig nicht als „wirklich deutsch“ anerkannt werden. Ein reflektierter Umgang mit dem Begriff „deutsch“ erfordert daher die Anerkennung vielfältiger Lebensrealitäten und das Aufbrechen enger Zugehörigkeitsvorstellungen.

Diversität / Diversity

Diversität bzw. der englische Begriff Diversity bezeichnet die Vielfalt von Menschen in Bezug auf Merkmale wie Geschlecht, Alter, ethnische Herkunft, Religion, BeHinderung, sexuelle Identität, aber auch Bildungshintergrund, Lebenserfahrung oder Denkweise. Im beruflichen Kontext steht der Begriff für den bewussten Umgang mit dieser Vielfalt in Organisationen – etwa durch Diversity-Management, das darauf abzielt, unterschiedliche Perspektiven wertzuschätzen, Chancengleichheit zu fördern und Diskriminierung entgegenzuwirken. Diversität wird häufig im Zusammenhang mit dem AGG genannt, da die dort geschützten Merkmale weitgehend den klassischen Diversity-Dimensionen entsprechen. Unternehmen setzen Diversity-Strategien oft freiwillig ein, etwa um Innovationsfähigkeit, Mitarbeiterzufriedenheit oder die Außenwirkung als Arbeitgeber zu stärken.

Diversity Management

Diversity Management bezeichnet den strategischen Ansatz von Organisationen, die Vielfalt ihrer Mitglieder gezielt zu erkennen, zu fördern und wirtschaftlich wie sozial nutzbar zu machen. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Fähigkeiten der Beschäftigten als Ressource zu begreifen statt sie zu ignorieren oder als Störfaktor zu behandeln. Typische Maßnahmen umfassen diskriminierungssensible Rekrutierungsverfahren, Sensibilisierungsschulungen, flexible Arbeitsmodelle, Mentoring-Programme für unterrepräsentierte Gruppen sowie die Verankerung von Diversity-Zielen in der Unternehmensstrategie. Viele Unternehmen berufen sich dabei auch auf die „Charta der Vielfalt", eine Selbstverpflichtungsinitiative für mehr Diversität in der Arbeitswelt. Diversity Management wird oft mit dem sogenannten Business Case begründet: Vielfältige Teams gelten als kreativer, innovativer und leistungsfähiger, zudem verbessert ein glaubwürdiges Diversity-Engagement die Attraktivität der Arbeitgebenden.

diversitätsorientiert

Diversitätsorientiert beschreibt eine strategische und praxisbezogene Ausrichtung von Organisationen, Programmen oder Maßnahmen mit dem Ziel, gesellschaftliche Vielfalt aktiv zu berücksichtigen und zu fördern. Der Begriff verweist auf konkrete Strukturen, Prozesse und Entscheidungen, die Vielfalt nicht nur anerkennen, sondern gezielt einbeziehen – etwa durch inklusive Personalpolitik, barrierearme Kommunikation oder diskriminierungssensible Bildungsangebote. Anders als der Begriff diversitätsbewusst, der die innere Haltung betont, steht diversitätsorientiert für das systematische und zielgerichtete Handeln auf organisationaler Ebene.

E

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Erstsprache

Erstsprache bezeichnet die erste(n) Sprache(n), die ein Mensch in seiner frühen Kindheit erwirbt – unabhängig davon, von wem sie vermittelt wurden. Es kann sich dabei um eine oder mehrere Sprachen handeln, die in der Familie, im sozialen Umfeld oder durch Betreuungspersonen gelernt wurden. Statt von Muttersprache zu sprechen, wird zunehmend der Begriff Erstsprache verwendet, da „Muttersprache“ problematisch sein kann: 1. Er geht von einem heteronormativen Familienmodell aus (Sprache = von der Mutter vermittelt). 2. Er blendet andere wichtige Bezugspersonen aus (z. B. Väter, Großeltern, Pflegepersonen). 3. Er ist nicht inklusiv gegenüber Menschen mit mehreren frühen Sprachen (z.B. bilingualen oder multilingualen Kindern). Aus diskriminierungskritischer Perspektive trägt der Begriff Erstsprache dazu bei, sprachliche Vielfalt anzuerkennen, ohne Familienkonstellationen oder Sprachbiografien normierend zu bewerten.

F

G

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genderfluid

Genderfluid bezeichnet eine Geschlechtsidentität, bei der sich das persönliche Erleben von Geschlecht über die Zeit hinweg verändern kann. Eine genderfluide Person fühlt sich nicht dauerhaft einem bestimmten Geschlecht zugehörig, sondern erlebt ihr Geschlecht als fließend – etwa zwischen männlich, weiblich, beiden oder jenseits davon. Genderfluidität stellt das binäre Geschlechtersystem infrage und betont die Vielfalt geschlechtlicher Identitäten. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist die Anerkennung genderfluider Identitäten wichtig, um geschlechtliche Selbstbestimmung zu ermöglichen und gegen starre Normen, Diskriminierung und Unsichtbarmachung vorzugehen.

gendergerechte Sprache

Gendergerechte Sprache bezeichnet sprachliche Ausdrucksweisen, die alle Geschlechter sichtbar machen und sprachliche Diskriminierung vermeiden. Ziel ist es, nicht nur Männer sprachlich zu repräsentieren (z. B. durch das generische Maskulinum), sondern auch Frauen, nicht-binäre und intergeschlechtliche Personen ausdrücklich einzubeziehen. Formen gendergerechter Sprache sind unter anderem das Gendersternchen (z. B. Mitarbeiter*innen), der Doppelpunkt (Mitarbeiter:innen), der Unterstrich (Mitarbeiter_innen) oder geschlechtsneutrale Begriffe (z. B. Fachkraft statt Fachmann). Aus diskriminierungskritischer Perspektive trägt gendergerechte Sprache zur Sichtbarkeit und Anerkennung vielfältiger Geschlechtsidentitäten bei und wirkt bestehenden Ungleichheiten entgegen. Sie ist ein Instrument für mehr Teilhabe und Gleichberechtigung im gesellschaftlichen und beruflichen Alltag.

generisches Maskulinum

Generisches Maskulinum bezeichnet die grammatikalische Verwendung der männlichen Sprachform, um damit alle Geschlechter mitzumeinen – zum Beispiel in Ausdrücken wie „die Schüler“ oder „ein Mitarbeiter“. Obwohl es sprachlich als „neutral“ gelten soll, zeigen Studien, dass beim generischen Maskulinum in der Vorstellung häufig vor allem Männer assoziiert werden. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist das generische Maskulinum problematisch, da es weibliche, intergeschlechtliche und nicht-binäre Personen unsichtbar macht und eine männliche Normsetzung in Sprache und Denken fortschreibt. Eine geschlechtersensible Sprache zielt daher darauf ab, solche Formen zu vermeiden und alle Geschlechter sichtbar und respektvoll zu benennen.

H

H

Hautfarbe

Hautfarbe wird häufig als biologisch sichtbares Merkmal verstanden, ist jedoch gesellschaftlich und kulturell stark aufgeladen. In rassismuskritischen Diskursen bezeichnet der Begriff nicht nur die Pigmentierung der Haut, sondern vor allem die soziale Bedeutung, die dieser zugeschrieben wird. Dabei wird nicht die Hautfarbe selbst, sondern deren gesellschaftliche Markierung und Bewertung zum Ausgangspunkt von Ausgrenzung, Privilegierung oder Diskriminierung. Besonders problematisch ist, dass „hellhäutige“ Menschen oft als „neutral“ oder „normal“ gelten, während Menschen mit dunklerer Haut als „anders“ markiert werden. Auch Begriffe wie „Hautfarbe“ in Produkten (z. B. bei Pflastern oder Buntstiften) orientieren sich häufig ausschließlich an weißen Normen. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist es wichtig, die gesellschaftliche Konstruktion von „Hautfarbe“ zu hinterfragen, Begriffe sensibel zu wählen und Machtverhältnisse sichtbar zu machen, die mit der Bewertung von Hautfarbe verbunden sind.

Heteronormativität / heteronormativ

Heteronormativ bezeichnet eine gesellschaftliche Denk- und Ordnungsweise, in der Heterosexualität als selbstverständlich, natürlich und überlegen gilt. Damit verbunden ist die Annahme, dass es nur zwei Geschlechter gibt (männlich und weiblich), die sich ergänzen und aufeinander bezogen sind. Diese Norm prägt viele gesellschaftliche Bereiche – von Sprache über Gesetze bis hin zu Bildungsinhalten – und führt dazu, dass andere sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten unsichtbar gemacht, abgewertet oder ausgeschlossen werden. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist Heteronormativität problematisch, weil sie Vielfalt beschränkt, Machtverhältnisse stabilisiert und queere Lebensrealitäten marginalisiert. Heteronormativität zu erkennen, ist ein wichtiger Schritt, um Räume für selbstbestimmte und gleichberechtigte Lebensweisen zu schaffen.

I

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interkulturell

Interkulturell bezeichnet Ansätze, die den Austausch, das Verständnis und die Zusammenarbeit zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Hintergründe fördern sollen. Der Begriff findet Anwendung in Bildung, Sozialer Arbeit, Unternehmen und politischen Programmen – mit dem Ziel, kulturelle Unterschiede zu überbrücken und gegenseitigen Respekt zu stärken. Kritik am Begriff: Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist der Begriff interkulturell problematisch, weil er häufig auf statische Kulturkonzepte zurückgreift: Kulturen werden als klar voneinander abgrenzbar gedacht, Unterschiede betont statt Gemeinsamkeiten oder Machtverhältnisse reflektiert. Zudem blendet der Begriff oft strukturelle Diskriminierung, Rassismus und soziale Ungleichheit aus, indem Konflikte oder Benachteiligungen „kulturell“ erklärt werden – und nicht als Ergebnis gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Stattdessen wird in rassismuskritischen und machtsensiblen Kontexten zunehmend von vielfaltsbewussten, machtsensiblen oder diskriminierungskritischen Ansätzen gesprochen, die nicht nur kulturelle Differenz, sondern auch gesellschaftliche Teilhabe und Gerechtigkeit in den Fokus rücken.

internalisierter Rassismus

Internalisierter Rassismus bezeichnet den Prozess, bei dem von Rassismus betroffene Personen abwertende gesellschaftliche Bilder, Normen und Bewertungen über die eigene Herkunft, Hautfarbe, Sprache oder Kultur übernehmen und verinnerlichen. Das kann sich in Selbstabwertung, Anpassungsdruck, dem Wunsch nach „Unsichtbarkeit“ oder auch in der Abwertung anderer marginalisierter Gruppen äußern. Internalisierter Rassismus ist eine Folge struktureller und alltäglicher Rassismuserfahrungen, nicht Ausdruck persönlicher „Schwäche“. Er zeigt, wie tief rassistische Denkmuster in einer Gesellschaft verankert sind – so sehr, dass sie auch von denjenigen übernommen werden können, die unter ihnen leiden. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist es zentral, internalisierten Rassismus zu erkennen und zu enttabuisieren – als Teil eines Systems, das Menschen systematisch abwertet. Empowerment, Repräsentation und rassismuskritische Bildung sind wichtige Ansätze, um dem entgegenzuwirken.

Intersektionalität

Intersektionalität ist ein Konzept zur Analyse und Beschreibung der Überschneidung und Wechselwirkung verschiedener Diskriminierungsformen – etwa Rassismus, Sexismus, Klassismus, Ableismus oder Homo-/Transfeindlichkeit. Der Begriff wurde von der Juristin Kimberlé Crenshaw geprägt, um aufzuzeigen, dass Menschen nicht nur eine Diskriminierung erfahren, sondern mehrfach und gleichzeitig benachteiligt sein können – z. B. als Schwarze Frau mit Behinderung. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist Intersektionalität zentral, um komplexe Ungleichheiten sichtbar zu machen, die nicht isoliert voneinander betrachtet werden können. Das Konzept fordert dazu auf, Strukturen ganzheitlich zu hinterfragen und diskriminierende Machtverhältnisse in ihrer Verschränkung zu bekämpfen. Intersektionalität ist somit ein wichtiges Werkzeug für gerechtere gesellschaftliche, politische und institutionelle Veränderung.

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migrantisiert

Migrantisiert ist ein kritischer Begriff, der beschreibt, dass Menschen durch gesellschaftliche Zuschreibungen, Sprache, Medien oder institutionelle Praktiken als „Migrant:innen“ markiert werden – unabhängig davon, ob sie selbst oder ihre Familie tatsächlich migriert sind. Migrantisierung geschieht oft auf Grundlage von Namen, Aussehen, Sprache oder angenommenem „kulturellem Hintergrund“ und führt dazu, dass bestimmte Personen als „anders“, „fremd“ oder „nicht zugehörig“ wahrgenommen werden. Im Unterschied zu „Menschen mit Migrationsgeschichte“, der biografisch gemeint ist, beschreibt migrantisiert einen sozialen Prozess, der mit Ausgrenzung, Stereotypisierung und häufig auch mit Rassismuserfahrungen verbunden ist. Aus diskriminierungskritischer Perspektive macht der Begriff migrantisiert deutlich, dass Zugehörigkeit nicht nur auf rechtlichen Fakten, sondern oft auf gesellschaftlichen Wahrnehmungen und Machtverhältnissen beruht – und dass diese aktiv hinterfragt werden müssen.

Migrationserfahrung

Migrationserfahrung beschreibt individuelle oder familiäre Erfahrungen im Zusammenhang mit grenzüberschreitender Migration – also dem Verlassen eines Landes und dem Ankommen in einem anderen. In Deutschland wird der Begriff oft verwendet, um Personen zu bezeichnen, die selbst oder deren Eltern oder Großeltern nach Deutschland eingewandert sind. Juristisch wird in Deutschland in der Regel nicht von „Migrationserfahrung“, sondern von einem „Migrationshintergrund“ gesprochen. Laut Statistischem Bundesamt zählen hierzu alle Personen, die selbst oder deren mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist der Begriff Migrationserfahrung dem Begriff Migrationshintergrund vorzuziehen, da er nicht defizitorientiert ist und die biografische Erfahrung statt die Herkunft betont. Er ermöglicht eine differenziertere und selbstbestimmtere Beschreibung von Lebensrealitäten in einer von Migration geprägten Gesellschaft.

Migrationsgeschichte

Migrationsgeschichte bezeichnet die individuelle, familiäre oder gesellschaftliche Vergangenheit, die durch Migration geprägt ist – also durch das grenzüberschreitende Verlassen eines Herkunftslandes und das Ankommen in einem anderen Land. Im deutschen Sprachgebrauch wird der Begriff häufig verwendet, um Menschen zu beschreiben, die selbst oder deren Vorfahren nach Deutschland eingewandert sind. Im Gegensatz zum Begriff Migrationshintergrund, der vor allem statistisch und rechtlich verwendet wird, betont Migrationsgeschichte die biografische Dimension und vermeidet eine defizitorientierte oder ausschließende Perspektive. Aus diskriminierungskritischer Sicht trägt der Begriff dazu bei, vielfältige Lebensrealitäten sichtbar zu machen, ohne Zugehörigkeit infrage zu stellen oder Migration als „andersartig“ zu markieren.

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Negativbetroffenheit

Negativbetroffenheit bezeichnet die Erfahrung, in gesellschaftlichen Macht- und Diskriminierungsverhältnissen benachteiligt, abgewertet oder ausgeschlossen zu werden. Dabei ist zentral: Alle Menschen sind von gesellschaftlichen Machtverhältnissen betroffen – doch nicht alle im gleichen Maß oder auf gleiche Weise. Während einige Menschen durch diese Strukturen privilegiert werden und Vorteile erfahren, sind andere negativ betroffen, weil sie strukturelle Nachteile, Barrieren oder Diskriminierung erleben. Der Begriff macht sichtbar, dass Diskriminierung nicht nur individuelles Fehlverhalten ist, sondern tief in gesellschaftlichen Normen, Institutionen und Routinen verankert ist. Aus diskriminierungskritischer Perspektive hilft die Unterscheidung zwischen Privilegierung und Negativbetroffenheit dabei, Verantwortung zu erkennen, Machtverhältnisse zu benennen und Veränderungsprozesse anzustoßen.

Neopronomen

Neopronomen sind neu entwickelte oder wieder eingeführte Pronomen, die Menschen verwenden, deren Geschlechtsidentität nicht durch die herkömmlichen Pronomen „er“ oder „sie“ abgebildet wird. Beispiele für Neopronomen im Deutschen sind etwa „xier“, „sier“, „nin“ oder „dey“. Sie ermöglichen eine sprachliche Selbstbezeichnung jenseits des binären Geschlechtersystems. Aus diskriminierungskritischer Perspektive schaffen Neopronomen Sichtbarkeit für nicht-binäre und andere geschlechtlich vielfältige Identitäten. Ihre Verwendung ist ein Ausdruck von Respekt und Anerkennung der geschlechtlichen Selbstbestimmung. Sprache wird dadurch inklusiver – auch wenn Neopronomen in der Alltagssprache bislang noch wenig verbreitet sind.

Neurodiversität

Neurodiversität bezeichnet die natürliche Vielfalt neurologischer Funktionsweisen des menschlichen Gehirns. Der Begriff wurde ursprünglich im Kontext von Autismus geprägt und schließt heute auch andere neurologische Besonderheiten wie ADHS, Dyslexie oder Tourette-Syndrom mit ein. Neurodiversität geht davon aus, dass neurologische Unterschiede keine Defizite oder Störungen sind, sondern Varianten menschlicher Existenz. Aus diskriminierungskritischer Perspektive fordert das Konzept der Neurodiversität die Abkehr von rein defizitorientierten Sichtweisen auf neurologische Unterschiede und setzt sich für Anerkennung, Teilhabe und Barrierefreiheit ein. Es betont das Recht auf Selbstbestimmung und die Notwendigkeit, gesellschaftliche Strukturen inklusiver zu gestalten.

Neurodivergenz

Neurodivergenz beschreibt neurologische Unterschiede in der Wahrnehmung, Informationsverarbeitung und im Verhalten, die von der gesellschaftlich als „Norm" geltenden Funktionsweise des Gehirns abweichen. Der Begriff umfasst unter anderem Autismus-Spektrum, ADHS, Legasthenie, Dyskalkulie, Dyspraxie und das Tourette-Syndrom. Das zugrunde liegende Konzept der Neurodiversität versteht diese Unterschiede nicht als Defizite oder Krankheiten, sondern als natürliche Variation menschlicher Gehirnfunktion – ähnlich wie biologische Vielfalt in anderen Bereichen. Menschen, deren neurologische Funktionsweise der gesellschaftlichen Norm entspricht, werden in diesem Zusammenhang als „neurotypisch" bezeichnet. Im beruflichen Kontext gewinnt der Begriff zunehmend an Bedeutung, etwa bei der Gestaltung inklusiver Arbeitsumgebungen, die unterschiedlichen kognitiven Arbeitsweisen gerecht werden.

nicht-binär / non-binary

Nicht-binär (engl. non-binary) bezeichnet eine Geschlechtsidentität von Personen, die sich weder ausschließlich als männlich noch ausschließlich als weiblich verstehen. Nicht-binäre Menschen können sich zwischen, jenseits oder außerhalb der beiden gesellschaftlich vorherrschenden Geschlechter verorten – oder ihre Identität als ganz unabhängig vom Konzept „Geschlecht“ begreifen. Der Begriff stellt das binäre Geschlechtersystem infrage und macht deutlich, dass Geschlecht ein vielfältiges und individuelles Erleben ist. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist die Anerkennung nicht-binärer Identitäten zentral, um gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, Normvorstellungen aufzubrechen und gegen strukturelle Ausgrenzung vorzugehen.

Normvorstellung

Eine Normvorstellung bezeichnet die gesellschaftlich verbreitete und oft unhinterfragte Vorstellung davon, was als „normal“, „richtig“ oder „erstrebenswert“ gilt – etwa in Bezug auf Aussehen, Verhalten, Lebensweise oder Leistung. Solche Vorstellungen prägen unser Denken und Handeln und beeinflussen, wer als zugehörig, abweichend oder gar „anders“ wahrgenommen wird. Aus diskriminierungskritischer Perspektive sind Normvorstellungen nicht neutral, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse, die bestimmte Gruppen privilegieren und andere ausgrenzen.

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Positioniertheit

Positioniertheit beschreibt die bewusste Reflexion darüber, dass jede Person aus einer bestimmten sozialen, kulturellen und machtbezogenen Position heraus denkt, spricht und handelt. Diese Position ist geprägt von Faktoren wie Geschlecht, Herkunft, Klasse, Behinderung, Religion oder sexueller Orientierung – und beeinflusst, wie wir die Welt wahrnehmen und in ihr wahrgenommen werden. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist Positioniertheit zentral, um eigene Privilegien und Erfahrungen von Ausgrenzung zu erkennen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Sie fordert dazu auf, Wissen nicht als neutral oder objektiv zu betrachten, sondern immer im Kontext gesellschaftlicher Machtverhältnisse.

Privilegien

Privilegien sind gesellschaftliche Vorteile, die bestimmten Personen oder Gruppen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer als „normal“ oder „überlegen“ geltenden Kategorie gewährt werden – z. B. aufgrund von Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft, körperlicher Verfasstheit oder sozialem Status. Diese Vorteile bleiben den Privilegierten oft unsichtbar, weil sie als selbstverständlich erlebt werden. Aus diskriminierungskritischer Perspektive sind Privilegien eng mit Machtverhältnissen verknüpft: Wer privilegiert ist, profitiert strukturell davon, dass andere benachteiligt werden. Privilegien zu erkennen ist ein erster Schritt, um gesellschaftliche Ungleichheiten zu hinterfragen und abzubauen.

Queer

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Queer ist ein Sammelbegriff für sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten, die nicht der gesellschaftlichen Norm von Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit entsprechen. Dazu zählen unter anderem lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* und nicht-binäre Menschen. Der Begriff wird auch als politische Selbstbezeichnung verwendet, um sich bewusst von einschränkenden Normen und Kategorien zu distanzieren. Ursprünglich ein englisches Schimpfwort („seltsam“, „abweichend“), wurde queer in den 1990er Jahren von der LGBTQIA+-Bewegung zurückerobert und positiv umgedeutet. Aus diskriminierungskritischer Perspektive steht queer für Vielfalt, Widerstand gegen Normen und das Sichtbarmachen von Lebensrealitäten jenseits gesellschaftlicher Erwartungen. Der Begriff ist bewusst offen und dynamisch – er lässt Raum für individuelle Selbstdefinition.

Queerfeindlichkeit

Queerfeindlichkeit bezeichnet die Abwertung, Ausgrenzung, Unsichtbarmachung oder Gewalt gegenüber Menschen, die nicht der cis-heteronormativen Geschlechternorm und Sexualitätsvorstellung entsprechen. Sie richtet sich gegen lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter*, nicht-binäre, asexuelle und weitere queere Personen – unabhängig davon, ob sie sich selbst als queer bezeichnen. Queerfeindlichkeit kann sich auf individueller Ebene (z. B. durch Beleidigungen, Diskriminierung oder körperliche Angriffe), institutioneller Ebene (z. B. durch rechtliche Benachteiligungen oder fehlende Schutzräume) und struktureller Ebene (z. B. durch gesellschaftliche Normen und Ausschlussmechanismen) zeigen. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist Queerfeindlichkeit Ausdruck von Machtverhältnissen, die Geschlechtervielfalt und sexuelle Selbstbestimmung unterdrücken. Ihr entgegenzuwirken bedeutet, queere Lebensrealitäten sichtbar zu machen, Schutzräume zu schaffen und gesellschaftliche Strukturen nachhaltig zu verändern.

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"Rasse"

Der Begriff "Rasse" ist historisch und wissenschaftlich stark belastet und wird heute im menschenbezogenen Kontext als problematisch, überholt und schlichtweg falsch betrachtet. Er wurde insbesondere im Kolonialismus und Nationalsozialismus verwendet, um Menschen in vermeintlich biologische Gruppen zu unterteilen und rassistische Hierarchien zu legitimieren. Diese Einteilung diente der Abwertung, Ausgrenzung und Unterdrückung bestimmter Bevölkerungsgruppen. Aus biologischer Sicht gibt es bei Menschen keine genetisch fundierten "Menschenrassen" – die genetische Vielfalt innerhalb der Menschheit ist fließend und lässt keine klaren "Rassen" zu. Dennoch wirkt das Konzept der "Rasse" als soziales Konstrukt bis heute fort – insbesondere in Form von Rassismus. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist es wichtig, den Begriff "Rasse" nicht unreflektiert zu verwenden. In Gesetzen wie dem deutschen Grundgesetz („niemand darf wegen seiner Rasse benachteiligt oder bevorzugt werden“) wird er zwar noch gebraucht, doch es gibt breite zivilgesellschaftliche und wissenschaftliche Forderungen, ihn durch Begriffe wie „aus rassistischen Gründen“ zu ersetzen. Ziel ist es, rassismuskritisch zu sprechen, ohne rassistische Denkmuster zu reproduzieren.

Reflexion

Reflexion bezeichnet den bewussten und kritischen Denkprozess über das eigene Wissen, Handeln, Fühlen und die zugrunde liegenden Werte, Haltungen und Erfahrungen. In diskriminierungskritischen Kontexten bedeutet Reflexion insbesondere, sich mit der eigenen Positioniertheit, mit verinnerlichten Normvorstellungen, Privilegien sowie möglichen (unbewussten) diskriminierenden Denk- und Handlungsmustern auseinanderzusetzen. Ziel ist es, Verantwortung zu übernehmen, Perspektivenvielfalt anzuerkennen und Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen, um Veränderung zu ermöglichen.

S

S

Schwarz

Schwarz (mit großem „S“) ist eine politische Selbstbezeichnung von Menschen afrikanischer Herkunft und/oder Menschen, die in weißen Mehrheitsgesellschaften anti-Schwarze rassistische Erfahrungen machen – unabhängig von ihrer tatsächlichen Hautfarbe. Der Begriff beschreibt keine biologische Eigenschaft, sondern verweist auf eine geteilte gesellschaftliche Positionierung durch Rassismus und auf gemeinsame Erfahrungen von Ausgrenzung, Widerstand und Empowerment. Die Großschreibung von Schwarz dient der Abgrenzung von der Farbbezeichnung und unterstreicht, dass es sich um eine soziale und politische Kategorie handelt. Sie wurde insbesondere im Kontext der Schwarzen Bürgerrechtsbewegungen und der afrodeutschen Community (z.B. durch die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD) geprägt. Der Begriff "Schwarz" ist also eine Selbstbezeichnung, Begriffe wie "farbig" oder "dunkelhäutig" sind jedoch Fremdbezeichnungen und sollten nicht genutzt werden.

Stereotype

Schwarz (mit großem „S“) ist eine politische Selbstbezeichnung von Menschen afrikanischer Herkunft und/oder Menschen, die in weißen Mehrheitsgesellschaften anti-Schwarze rassistische Erfahrungen machen – unabhängig von ihrer tatsächlichen Hautfarbe. Der Begriff beschreibt keine biologische Eigenschaft, sondern verweist auf eine geteilte gesellschaftliche Positionierung durch Rassismus und auf gemeinsame Erfahrungen von Ausgrenzung, Widerstand und Empowerment. Die Großschreibung von Schwarz dient der Abgrenzung von der Farbbezeichnung und unterstreicht, dass es sich um eine soziale und politische Kategorie handelt. Sie wurde insbesondere im Kontext der Schwarzen Bürgerrechtsbewegungen und der afrodeutschen Community (z.B. durch die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD) geprägt. Der Begriff "Schwarz" ist also eine Selbstbezeichnung, Begriffe wie "farbig" oder "dunkelhäutig" sind jedoch Fremdbezeichnungen und sollten nicht genutzt werden.

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trans*

Trans* ist ein Sammelbegriff für Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht (oder nicht vollständig) mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Dazu können unter anderem trans Männer, trans Frauen, nicht-binäre, agender oder genderfluide Personen zählen - jedoch immer nur dann, wenn die Perosn sich selbst so identifiziert. Das Sternchen (*) steht dabei für die Vielfalt von geschlechtlichen Identitäten und Ausdrucksformen, die unter dem trans-Begriff gefasst werden können. Trans* ist eine Selbstbezeichnung und grenzt sich bewusst von medizinisch oder pathologisierend geprägten Begriffen wie „Transsexualität“ ab. Aus diskriminierungskritischer Perspektive verweist der Begriff auf das Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung, die Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt und den Abbau struktureller Diskriminierung. Trans* steht damit auch für den Einsatz gegen gesellschaftliche Normen, die nur zwei Geschlechter anerkennen.sche Selbstbezeichnung von Menschen afrikanischer Herkunft und/oder Menschen, die in weißen Mehrheitsgesellschaften anti-Schwarze rassistische Erfahrungen machen – unabhängig von ihrer tatsächlichen Hautfarbe. Der Begriff beschreibt keine biologische Eigenschaft, sondern verweist auf eine geteilte gesellschaftliche Positionierung durch Rassismus und auf gemeinsame Erfahrungen von Ausgrenzung, Widerstand und Empowerment. Die Großschreibung von Schwarz dient der Abgrenzung von der Farbbezeichnung und unterstreicht, dass es sich um eine soziale und politische Kategorie handelt. Sie wurde insbesondere im Kontext der Schwarzen Bürgerrechtsbewegungen und der afrodeutschen Community (z.B. durch die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD) geprägt. Der Begriff "Schwarz" ist also eine Selbstbezeichnung, Begriffe wie "farbig" oder "dunkelhäutig" sind jedoch Fremdbezeichnungen und sollten nicht genutzt werden.

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Unbewusste Voreingenommenheit / Unconscious Bias

Unconscious Bias (deutsch: unbewusste Voreingenommenheit) bezeichnet automatische Denkmuster und Bewertungen, die außerhalb unseres bewussten Wahrnehmungsprozesses ablaufen. Sie entstehen durch soziale Prägung, Erfahrungen und kulturelle Einflüsse und beeinflussen, wie wir Menschen wahrnehmen, einordnen und bewerten – etwa aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, Alter, Behinderung oder sozialem Status. Unconscious Bias kann zu unbewusster Diskriminierung führen, auch wenn keine bewusste Absicht dahintersteht. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist es daher zentral, diese Verzerrungen zu erkennen, zu reflektieren und im eigenen Denken und Handeln bewusst gegenzusteuern – insbesondere in Bereichen wie Personalentscheidungen, Bildung, Gesundheitsversorgung oder alltäglicher Kommunikation.

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Vorurteile

Vorurteil bezeichnet eine voreilige, meist negative Bewertung von Personen oder Gruppen, die nicht auf eigenen Erfahrungen, sondern auf verallgemeinerten Annahmen, Stereotypen oder gesellschaftlich vermitteltem Wissen beruht. Vorurteile sind emotional aufgeladen, widerstandsfähig gegenüber neuen Informationen und beeinflussen unser Denken und Handeln – oft unbewusst. Aus diskriminierungskritischer Perspektive sind Vorurteile Teil gesellschaftlicher Machtverhältnisse, da sie Ungleichheiten rechtfertigen und Diskriminierung stabilisieren können. Sie zu erkennen ist ein wichtiger Schritt, um reflektierter und gerechter mit Vielfalt umzugehen.

W

W

weiß

Weiß (in der Regel klein und kursiv geschrieben) ist eine kritische, politische Bezeichnung für Personen, die in einer rassistisch strukturierten Gesellschaft nicht von Rassismus betroffen sind – also als „normale“ oder „nicht markierte“ Personen gelten. Die kursiv gesetzte Schreibweise macht deutlich, dass es sich nicht um eine biologische oder neutrale Beschreibung von Hautfarbe handelt, sondern um eine gesellschaftlich konstruierte Machtposition. Weiß sein bedeutet in diesem Kontext, von gesellschaftlichen Privilegien zu profitieren, ohne dies zwangsläufig zu bemerken. Die Benennung von Weißsein dient der Sichtbarmachung jener Position, die in vielen Kontexten als unmarkierte Norm gilt – im Gegensatz zu beispielsweise Schwarz (politische Selbstbezeichnung), das explizit benannt und problematisiert wird. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist es notwendig, auch Weißsein zu thematisieren, um Machtverhältnisse und Rassismus nicht nur als „Problem der anderen“ zu begreifen, sondern als strukturelles Verhältnis, in dem weiße Menschen ebenfalls verortet und mitverantwortlich sind.

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Z

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Zuschreibung

Zuschreibung bezeichnet die (häufig unbewusste) Praxis, anderen Personen bestimmte Eigenschaften, Fähigkeiten, Verhaltensweisen oder Identitäten aufgrund äußerer Merkmale wie Herkunft, Geschlecht, Alter oder Behinderung zu unterstellen. Solche Zuschreibungen basieren oft auf gesellschaftlichen Stereotypen und Normvorstellungen und können zu Vorurteilen, Ausgrenzung oder Diskriminierung führen. Aus diskriminierungskritischer Perspektive ist es entscheidend, Zuschreibungen zu erkennen, zu hinterfragen und durch selbstbestimmte Perspektiven und differenzierte Wahrnehmung zu ersetzen.

Es fehlt ein Begriff?

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